Alaa und Bertram

Alaa und Bertram

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Das zweite Duo – Alaa Zouiten, Oud, und Bertram Burkert, Gitarre – zeigte eine weitere Seelenregung des Jazz: die Folklore oder Weltmusik. Seit den Zeiten des Swing (Duke Ellington mit „Caravan“) und des Bebop (Dizzy Gillespie mit „A night in Tunisia“) hat die Weltmusik Einzug in den Jazz gehalten. Eigentlich ist der Jazz selbst eine Art Volksmusik, die nur dank der künstlerischen Größe von Louis Armstrong sich überraschend schnell über die ganze Erde verbreiten konnte.

Laute und Gitarre waren eine gute Wahl
Unter diesen Umständen war das Duo mit arabischer Laute und spanischer Gitarre eine gute Wahl. Die beiden jungen Musiker spielten erstaunlich virtuos und mit großer Spielfreude. Von zunächst eher arabisch-spanischen Elementen ausgehend, bewegten sie sich in die Richtung des Jazz – mit Klassikern von Chic Corea, Wayne Shorter und John Mc Laughlin. Das ebenso perfekte wie sympathische Zusammenspiel weckte beim allmählich zahlreicheren Publikum Begeisterung.
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Klaus Ehring / 03.05.13 / Thüringer Allgemeine

von Klaus Ehring

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ARTIKEL ÜBER « DAS HEILIGE DUO » IN DER TA

Duo bot auch Musik auf der arabischen Laute
Alaa Zouiten aus Casablanca auf der arabischen Laute „Ud“ und Robert Fränzel, Sopran- und Baritonsaxofon und Querflöte, entführten die Zuhörer in eine ganz andere Welt. Überzeugend und scheinbar mühelos gelang dem sich „Heiliges Duo“ nennenden Doppel der Spagat zwischen arabischer Musik und Jazz.

Alaa Zouiten, der bereits am diesjährigen Tag des Jazz im „Prinzenhof“-Keller mit einem anderen Partner einen großartigen Auftritt hingelegt hatte, war natürlich in erster Linie für die orientalischen Färbungen zuständig, konnte aber auch wunderbar jazzig aufspielen. Demgegenüber war sein Dialogpartner vorrangig für den Jazz zuständig, zeigte aber eine Einfühlsamkeit, die an legendäre Jazzmusiker wie John Coltrane oder Charlie Marianoerinnerte.

Dass der Jazz immer schon einen Hang zum Orient aufwies, demonstrierte das „Heilige Duo“ an den Welthits „Caravan“ von Duke Ellington und „A night in Tunisia“ von DizzyGillespie, wie an dem spanisch-andalusischem „Spain“ von Chic Corea.
Wenn man sich fragte, ob es nicht eine Zumutung für die Musiker war, bei Lärm von Bedienungspersonal und sich fröhlich unterhaltenden Gästen filigrane Musik hervorzuzaubern, kann man darauf verweisen, dass es bei arabischen Konzerten üblich ist, sich mit dem Geklapper der Teetassen oder sogar Mitsummen an der Musik zu beteiligen. Und der Jazzer sieht es bekanntlich ebenfalls nicht so eng.
Klaus Ehring / 29.10.13 / TA